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Es ist erstaunlich, was aus der Debatte um die Pflege mit längerem Verlauf in den Medien alles wird…

Da inseriert ein Telekommunikationsunternehmen die Pflegezukunft mit einem Roboter, der Essen und die Hand reichen soll. Da wird zunehmend Wirtschaftsdeutsch mit Hard Core-Managementsprech als Begrifflichkeit bemüht und auch der „Arbeitskampf“ samt Ausbeutertheorien darf nicht fehlen. Nur eines bleibt dabei zunehmend auf der Strecke. Das, worum es in der Betreuung & Pflege von älteren und oder kranken Menschen wirklich geht. Der Mensch, der uns braucht. Auch menschlich.


Minimum-Kontrolle „KFZ-Pickerl“

Vorausgeschickt: Ja, wir von gutbetreut.at“ bekennen uns seit Jahren zur raschen Einführung eines möglichst hoch angesetzten Qualitätssiegels für 24-Stunden-Betreuungs- und Vermittlungsagenturen. Mit gutem Grund und so wie viele andere seriöse Organisationen, die sich längst einen Qualitätsmarker für ihre Leistungen wünschen.

Vorausgesetzt: Ein staatliches Qualitätssiegel darf aber nicht nur eine einmalige Momentaufnahme bleiben! Es muss tatsächlich, nachvollziehbar und prüfbar den täglichen Standard im „Daily Business“ der 24-Stunden-Betreuung & Pflege garantieren.

Das heißt: Nehme man sich an beamteter Stelle doch bitte einfach das Modell der KFZ-Überprüfung zu Herzen. Denn was bei jedem KFZ gesetzlich verpflichtend an jährlicher Tauglichkeitsprüfung vorgeschrieben ist, ist im Bereich der Pflege noch nicht einmal angedacht. Notwendig und wünschenswert wäre es aber allemal.


Die Zeiten ändern sich, die Anforderungen auch

Der Anspruch, qualitativ hochwertige Pflege- und Betreuungsleistungen zu erbringen und auch in Zukunft zu gewährleisten und ein Angebot entsprechend der Nachfrage sinnvoll auszubauen, setzt einen Grundgedanken aus dem klassischen Qualitätsmanagement voraus: „Für wen erbringe ich meine Leistung, gestalte ich meine Produkte?“ Heute und in Zukunft.


Im Mittelpunkt: Der Mensch

Dabei geht es nicht nur um rein pflegerische Leistungen, die in Zeiten fast nicht mehr existenter hausärztlicher Versorgung immer verantwortlicher werden, oder um haushälterische Anforderungen, die Technik teilweise gut ersetzen und Zeit sparen kann. Es geht an allererster Stelle darum, wissen zu wollen, was jene Menschen und ihre Familien, die betreut werden sollen, brauchen und sich wünschen. Nicht nur in der Abdeckung von Grundbedürfnissen, sondern im Bereich umfassender Lebensqualität in Krankheit, Behinderung und im Sterben.


Im Brennpunkt: Lehren aus der Praxis ziehen

Erfahrene, bestens ausgebildete, kommunikativ und personenbezogen agierende Betreuerinnen sind deshalb der Schlüssel zum individuell abgestimmten, hochqualitativen Angebot heute. Ständige Prüfung der Leistungen und laufendes Lernen sind das Schloss in der Türe zur Zukunft. Unsere Aufgabe ist es daher, aus den Kenntnissen von heute, das Angebot von morgen zu entwickeln und unsere PersonenbetreuerInnen in diesem Prozess laufend einzubinden. Um diesem Ansatz gerecht zu werden setzt „gutbetreut.at auf ein innovatives, vor allem aber nachvollziehbar strukturiertes Betreuungsmanagement, das auf bestehenden und erfolgreichen Konzepten aufbaut und sie weiter entwickeln soll. Genau das fordert aber ein einmalig vergebenes Qualitätssiegel nicht ein.


Qualitätssiegel garantiert nicht Qualitätsmanagement

Wer hohe Qualität in der 24-Stunden-Betreung & Pflege sichern will, muss einen mittelfristigen, gut abgesicherten Weg gehen. Der „Hopser“ über eine heutige Qualitätslatte, die mit einer „Kurz-Screening-Prüfung“ erreicht wird, bringt uns da keinen wesentlichen Schritt in die Pflege- und Betreuungszukunft: weil ein Qualitätssiegel noch lange kein kontinuierliches Qualitätsmanagement garantiert.

Wer ein Qualitätssiegel von vorne herein nicht höher bewertet und ansetzt, als einen Fotoschnappschuss im Vergleich zu einem ganzen Film, nimmt eine Stufe, kommt aber sicherlich kein Stockwerk weiter.